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Phonomenal!

1991 - Konkurrenz!

(Advanced) Gravis Ultrasound

Feuerrote Gravis Ultrasound mit 256K
Feuerrote Gravis Ultrasound mit 256K
1991, also gerade als Creative Labs ihre Soundblaster Pro auf den Markt brachten, kam eine gemeinsame Entwicklung von Advanced Gravis und Forte Technologies auf den Markt: die Gravis Ultrasound (GUS).
Die Karte war gewissermaßen revolutionär. Basierend auf dem Gravis GF1 (eigentlich nur eine Kopie des ICS 11614) und in der Grundfassung ausgestattet mit 256 KB RAM (Max. 1 MB) konnte diese Karte maximal 32 Stimmen bei 16 Bit und bestenfalls 44,1 Khz mixen. Damit reiht sie sich bei den Wavetable-Karten ein.
Eigentlich war die Karte eher an Amateurmusiker gerichtet, jedoch machten ihre Fähigkeiten eine ganz andere Gruppe auf sich aufmerksam: die damalige Demoszene!
Diese Karte kostete nur wenig mehr als eine SB Pro, bot aber eine wesentlich bessere Audioqualität. Hauptargument war jedoch das Mixen in Hardware. Das mußte bisher die CPU erledigen, und in Zeiten, wo 386er noch Highend waren, kam diese Lösung wie gerufen. Das einzige was zu tun war, war es die Samples auf die Karte zu laden. Fortan versorgte man den Chip nur noch mit Abspielkommandos, und dieser kümmerte sich um den Rest.
Während sich die Ausgabe auf CD-Niveau ansiedelte, war die Aufnahme leider nur 8-bittig möglich. Doch Gravis bot ein Aufsteckboard an, welches auch dieses Manko beseitigte. Betitelt als 16-bit-Upgrademodul war es nicht nur das - es war gleich ein ganzer Crystal-DSP mit der Fähigkeit, maximal mit 48 Khz zu arbeiten - derselbe, den man später standardmäßig auf der Gravis Ultrasound Max (1994, 512K Wavetable) verbaute.

Ultrasound MAX von 1994
Ultrasound MAX von 1994
Es wäre alles zu schön, um wahr zu sein, wäre da nicht ein Manko: die Karte besaß weder einen OPL-Chip noch die Fähigkeit, eine Soundblaster hunderprozentig zu emulieren.
So übernahm der GF1 im AdLib-Modus mitsamt ein paar Samples die Rolle des OPL2, und die Software sorgte für die Kompatibilität zum Soundblaster.
Trotz daß dies groß beworben wurde, lief es meist ganz einfach überhaupt nicht, oder aber nur mit sehr viel Mühe. Somit hatte Gravis eine neue Hardwareplattform erschaffen, für die es anfangs praktisch keinen Support gab. Man ging also zu Spieleherstellern, veröffentlichte umfangreiche Programmierungstools mitsamt Quelltexten, und nicht gerade wenige Spielepatches, um die Sache anzukurbeln. So kam der Stein allmählich ins Rollen, und schließlich kamen auch um 1992-1993 die ersten Spiele auf den Markt, die den Chip direkt unterstützten.
Man kann die Karte schon als direkte Kampfansage an Platzhirsch Creative Labs sehen, und so sah man sich dort genötigt, endlich wieder die Soundblasterreihe weiterzuentwickeln...

Samples

Monkey Island 1[OGG] [MP3]GUS im MT-32 Emulationsmodus; Standardpatch
Epic Pinball[OGG] [MP3]Die Stärke der GUS: MOD-Wiedergabe mit Interpolation
Descent[OGG] [MP3]Descent I Intro - die Karte muß sich nicht verstecken

Technisches

GF1 DSP
GF1 DSP
Der GF1 selbst war ein recht simpler Prozessor. Er lief bei einer festen Frequenz immer im Loop, und berechnete so kontinuierlich die Daten. Durch die feste Frequenz und damit Rechenleistung kommt es denn auch, daß die Samplerate von 44,1 Khz unter 16 Kanälen auf bis zu 16 Khz bei 32 Kanälen absinken kann.
Man fütterte ihn aus dem Sample-RAM mit Mono-Daten von 8 oder 16 Bit Qualität, sagte noch, ob er diese ständig wiederholen soll (looping), wie schnell und laut er sie abspielen sollte, und damit war es das schon eigentlich.
Der Chip mischte dann die Daten zusammen, wobei die Besonderheit darin lag, daß er sie interpolierte! Anstatt digitale Daten einfach nur zu strecken, berechnete der Chip Zwischenwerte. Dadurch erreichte er die von vielen Leuten beschworene Wiedergabequalität. Auf das Thema "Interpolation" wird im Stichwortverzeichnis ausführlicher eingegangen.

Links

FAQSysProgrammierung der GUS
MobygamesSpiele mit Unterstützung für GUS

AdLib Gold /1000 /2000

AdLib Gold 1000
AdLib Gold 1000
Zeitlich und preislich angelehnt an die Soundblaster Pro, gab es hier eine Menge fürs Geld. Der ADC/DAC arbeitete mit 12 Bit, statt nur 8 wie bei der SB Pro, wobei die Karte bei der Wiedergabe sogar mit 16-bittigen Samples gefüttert werden kann.
Weiterhin läuft die Ausgabe auf 44,1 Khz bei Stereo - bei Monowiedergabe kann die Karte sogar beide Kanäle miteinander mischen!
Zur Musikwiedergabe diente ein OPL3, und ermöglichte so Stereo bei 20 Stimmen mit je 4 Operatoren - zum Zeitpunkt des Erscheinens bot Creative noch die erste Revision der SB Pro an, somit war man auch dort der Konkurrenz voraus.
Eine große Besonderheit war die äußerst feine Abstufung des Mixers, welcher je Kanal 128 Lautstärkestufen (für Wave, MIDI, Line) auflösen konnte.
Einen weiterer Clou stellte ein aufsteckbares Board dar, welches der Karte virtuellen Surround Sound samt Echo verpaßte. Gehört habe ich es nie, doch es wird diesem Aufsatz nachgesagt, daß er den Klang entscheidend verbessern konnte.
Es gab noch ein paar weitere Variationen: zum einen existierte diese Karte auch in einer Version für IBMs Microchannel ("2000 MC"), zum anderen gab es die 2000, welche dem Rechner - jetzt im 16-bit-Steckplatz - ein SCSI-Interface spendierte.

Eine Goldglitterlackierung unterstreicht den Namen
Eine Goldglitterlackierung unterstreicht den Namen

Fraglos konnte man Creative mit dieser Karte rein von der technischen Seite her problemlos ausstechen. Kristallklare Soundqualität dank mehrfacher Filterstufen - Bustransfers konnten nicht mehr unfreiwillig abgehört werden - eine höhere Auflösung sowie Abtastfrequenz und trotzdem der gleiche Preis.
Doch all dies hatte einen Haken: die Karte war nicht Soundblasterkompatibel! Sehr wohl abwärtskompatibel zur eigenen AdLib - mehr aber nicht. Ärgerlicherweise bestanden aber zumindest bestende Spiele für die Sampleausgabe auf eine Soundblaster-Karte. Auf der AdLib Gold spielten sie demnach nicht, passende Games sollten erst folgen.
Ein weiteres Problem dürfte wohl die lange Verzögerung des Markterscheinens der Karte gewesen sein. Versprechungen kamen schon früh, doch das - wenn auch hervorragende - Ergebnis etwas zu spät.
Somit ist diese Karte in der Tat ein sehr seltenes Exemplar, und nur schwer zu haben.


Links

MobygamesSpiele mit Unterstützung für AdLib Gold

MediaVision Pro AudioSpectrum /16 (1991/1992)

Erste Pro AudioSpectrum
Erste Pro AudioSpectrum

Was dieser Karte zu einem guten Herausforderer machte, war wohl ihre Kompatibilität mit der SB Pro, sowohl beim Sampling als auch über 2 OPL2-Chips, und ihre 44,1 Khz, welche sie selbst bei der Stereowiedergabe bot.
Die Kompatibilität hob sie von der zeitgleich erschienenen AdLib Gold ab, wobei sie zusätzlich standardmäßig ein SCSI-Interface für CD-ROMs bot - ein Novum für die damalige Zeit! Bereits sehr schnell schob man die 16-bittige Version der Karte nach, welche sich preislich an der SB Pro orientierte - nämlich $ 300. Die OPL2-Chips ersetzte man - wie auch Creative Labs mit der SB Pro 2 - durch einen OPL3.
Diese Eigenschaften und der gleichsam vernünftige Preis verhalfen der Karte zu einer recht weiten Verbreitung, und so auch wenig später ihrer nativen Unterstützung durch Spiele, wo sie oft im Kürzel "PAS-16" aufgeführt ist.

Pro AudioSpectrum 16
Pro AudioSpectrum 16

Links

MobygamesSpiele mit Unterstützung für PAS


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